05.12.2018 | Winzervereinigung Freyburg-Unstrut eG : Newsletter Dezember
Newsletter

 

1.    Gute Tropfen, aber … zu wenig!
2.    Neue Gesichter im Supermarktregal
3.    Ganbei mit Freyburger Wein
4.    Medaillenregen
5.    Alle Jahre wieder …

 

 

 

1. Gute Tropfen, aber ... zu wenig!

 

Knapp 3,1 Millionen Kilogramm Trauben brachten die Mitglieder der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut in diesem Herbst in die genossenschaftseigene Kelter. Damit wurde rund ein Viertel weniger geerntet, als in den drei zurückliegenden Jahren.

 

Die werden jetzt in den Holzfässern und Edelstahltanks zu etwa 2,4 Millionen Liter Wein ausgebaut (zum Vergleich: 3,2 Mio. im Jahr 2017). Der hohe Verlust war vor allem den langen Trockenheitszyklen geschuldet, mit denen die Landwirtschaft generell in dieser Saison zu kämpfen hatte. Dadurch fielen die Beeren nicht sehr groß aus, gerieten aber besonders gesund und süß. Mehr als jeder dritte Liter Most habe deshalb das Zeug zum Prädikatswein, freut sich Geschäftsführer Hans Albrecht Zieger, und: „Das ist Qualität pur!“. Dafür habe umsichtige Rebarbeit der Mitglieder gesorgt, die teilweise ihre Anlagen schon mit Tröpfchenbewässerung ausgerüstet haben und kontinuierlich und professionell den Pflanzen bei ihrer Trockenstress-Bewältigung zur Seite standen. Das letzte Mal wurde 2014 eine so geringe Menge eingefahren.

 

Schmerzhaft seien die Verluste vor allem bei solchen Rebsorten, die bei den Weinfreunden hoch im Kurs stehen wie Weißburgunder, Riesling und Silvaner. Beim Müller-Thurgau fiel gleich ein ganzes Drittel aus. Das erschwere gegenwärtig auch die Planungen mit den großen Handelspartnern, räumt Zieger ein. Die ersten 2018er Weine kommen noch in diesem Jahr auf die Flasche. Den Auftakt macht ein Blanc de Noir.  


2. Neue Gesichter im Supermarkt-Regal

 

Frischer, zeitgemäßer, übersichtlicher – das neue Outfit der Weine für den Lebensmittel-Einzelhandel soll in den Regalen der Supermärkte für eine bessere Orientierung sorgen (Foto). Deshalb wurden die Etiketten für diese Linie überarbeitet und klarer gestaltet. Dabei rückten die Gestalter der Leipziger Ideenschmiede Grabowski Böll vor allem die Herkunft „Saale-Unstrut“ deutlicher in den Blickwinkel des möglichen Käufers. Immerhin bewirtschaftet die Genossenschaft etwa die Hälfte des Anbaugebietes und versteht sich auch als Leitbetrieb unter den rund 50 Weingütern der Region. Als Orientierung markieren dann unterschiedliche Farbfelder das geschmackliche Reiseziel. Rot, grün und rosa stehen dabei für die Wein-Farbe und goldgelb für die liebliche Strecke. Der optische Anker ist das Schloss Neuenburg, das sich hoch über Freyburg erhebt, der Weinhauptstadt von Saale-Unstrut. Der stilisierte romanische Bau gilt nicht nur als historisches Zeugnis mittelalterlicher Hochkultur, er gab dem wichtigsten Bereich des Anbaugebietes auch seinen Namen. Diese neuen Etiketten setzen die Strategie des Hauses fort, die Weine der Genossenschaft zeitgemäßer zu präsentieren. Die Gastro-Fachhandels-Linie wurde bereits gänzlich neu gedacht. Sie zeigt sich wertiger in Design, Druck und verwendetem Material. Davon setzt sich die eigenständige Marke WERKSTÜCK WEIMAR noch einmal deutlich ab, die im Premiumbereich angesiedelt ist.   
          

3. Ganbei mit Freyburger Wein

 

Ganbei heißt Zum Wohl und Putaojiu Wein. Diese chinesischen Vokabeln hat Hans Albrecht Zieger schon länger im Wortschatz, schließlich gibt es bereits seit mehr als einem Jahr Vertragsbeziehungen zum Reich der Mitte. Die Kontakte sind traditionell auf Weinmessen in China geschlossen worden, zu denen die Genossenschaft mit ihren Produkten gereist ist. Doch seien solche Aktivitäten sehr aufwändig und teuer, weiß der Geschäftsführer nur zu gut, auch wenn sie gemeinsam mit dem DWI (Deutsches Weininstitut) stattfinden. Einen anderen Weg zu neuen Märkten in dem Riesenland sieht Zieger im E-Commerce. Der wird in China, anders als in Westeuropa und den USA, nicht von den großen amerikanischen Plattformen beherrscht. Hier agieren chinesische Firmen wie Net Easy. Anders als in Deutschland wird in China bereits über ein Drittel des Weinhandels über solche Online-Dienstleister abgewickelt. Deshalb nutzte der größte mitteldeutsche Weinproduzent auch die Möglichkeit, sich mit Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann kürzlich ein eigenes Bild zu machen. Als Teil einer Delegation mit Firmen aus der Ernährungsbranche, konnten vor allem in Shanghai wichtige Kontakte geknüpft werden. „Solche Exporte bringen zwar unterm Strich eine gute Wertschöpfung, erfordern aber einen hohen personellen und materiellen Aufwand“, beschreibt Hans Albrecht Zieger die Schwierigkeiten, vor denen wohl jedes mittelständische Unternehmen steht. „Da können Dienstleister vor Ort schon sehr dienlich sein, die nicht nur den virtuellen Vertrieb online steuern können, sondern auch im nächsten Schritt die analoge Logistik einschließlich der aufwändigen Zollabwicklung mit anbieten.“

 

Gesamtwirtschaftlich betrachtet zählt China bereits heute zu den wichtigsten Handelspartnern Sachsen-Anhalts. Im vergangenen Jahr exportierten hiesige Unternehmen Waren im Wert von 778 Millionen Euro in das Reich der Mitte, im Export-Ranking lag China auf Platz acht. Wichtigste Warengruppen dabei waren Glas, Rohkautschuk sowie Produkte der Ernährungswirtschaft.


4. Medaillenregen

 

Die Bundesweinprämierungen der DLG sind bereits ins neue Jahr gestartet. Mitte November lief die erste Runde 2019 und bescherte der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut gleich einen warmen Medaillenregen. Mit Gold wurde einmal mehr ein Wein aus Thüringen bewertet. Der 2017er WERKSTÜCK WEIMAR Sauvignon Blanc überzeugte die Juroren, wie auch ein trockener Gutedel DQW aus Freyburg. Fünfmal Silber und zweimal Bronze runden den Erfolg ab.
 
Zur AWC Vienna stiegen gleich vier Weine der Genossenschaft aufs Treppchen. In der österreichischen Hauptstadt haben sich mehr als 12.000 Weine von
1.716 Produzenten aus 39 Ländern aller Kontinente dem internationalen Vergleich gestellt.  
Mit Silber kamen zurück: Sauvignon Blanc DQW, Werkstück Weimar Auxerrois Werktag, Riesling Spätlese, Portugieser Weißherbst, alle Jahrgang 2017.

 

Die Prämierungen der Fachzeitschrift Selection gehören zu den begehrtesten Wettbewerben im deutschsprachigen Raum. In mehreren Kategorien fällt hier die Expertenjury ihre Urteile. Bei den „Bukettsorten“ konnten eine Scheurebe und ein lieblicher Bacchus, beide Jahrgang 2017, Gold einheimsen. Auch in der Rubrik „Winzergenossenschaft des Jahres“ gab es zwei Mal Gold, für einen 17er Müller-Thurgau und einen 16er Blauen Zweigelt. Sechs weitere Tropfen können sich mit Silber schmücken, u. a. die 17er Traminer Spätlese vom Höhnstedter Steineck und die 16er Weißburgunder Barrique Kellermeisteredition. Bei den „Perl- und Schaumweinen“ überzeugte ein 16er Spätburgunder Weißherbst Sekt und erreichte Silber.   

                                                   

Die Berliner Weintrophy vergibt zweimal jährlich ihre Preise. Sie stehen unter der Schirmherrschaft der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) und der Internationalen Union der Önologen (UIOE) und sollen – nach Veranstalterinformationen - damit die am strengsten kontrollierten Wettbewerbe weltweit sein. Der Winzervereinigung Freyburg-Unstrut kann das nur recht sein, denn auch dort überzeugten ihre Produkte. Zweimal Gold (Müller-Thurgau DQW und Weißburgunder DQW Bereich Schloss Neuenburg) und einmal Silber (WERKSTÜCK WEIMAR Dornfelder Rosé Werktag) brachte die Teilnahme an dem harten Wettbewerb.

 

5. Alle Jahre wieder …

 

… öffnet traditionell zum 3. Advent der kleine und feine Weihnachtsmarkt der Vereinigten Winzer seine Pforten. Dafür hat sich um 14 Uhr natürlich auch ein alter Mann mit roter Jacke und weißem Bart angekündigt, wie auch die jungen Weinmajestäten von Saale und Unstrut. Die ganz jungen Besucher können sich auf einem Kinderkarussell amüsieren oder auch kleine Geschenke aus Ton basteln. Bereits ab 13 Uhr präsentieren sich vorwiegend regionale Produzenten auf der Freifläche mit Blick auf die Neuenburg. Darunter die Töpferei Goschala aus Lobitzsch und die Töpferei Becke aus Zingst mit schönen Keramiken. Mit dabei sind Liederstädter Liköre und auch die Stearin-Kerzen aus der Jenaer Manufaktur Rackow. Zum Verschenken eignen sich bestens die glitzernden Präsente, die mit dem Versprechen „Like a princess” aus Bottendorf anreisen. Pesto, Brotaufstriche und Punsch verspricht die Naumburger Kräutermanufaktur, und honigsüß wird es am Stand der Freyburger Imkerei Franke. Weihnachtliches Gebäck wie Baumkuchen, Stollen und Plätzchen bringen die Bäckereien Reichardt (Bad Bibra) und Block (Klosterhäseler) mit ins Adventsspiel. Die Fleischerei Bieler sorgt für Roster, Steaks und heißen Zwiebelkuchen. Und natürlich werden die beiden glühenden Willis aus der Winzervereinigung mit von der Weihnachtspartie sein, der Heiße und der Weiße Willi.

 

Ab 14 Uhr sorgen der Freyburger Männerchor, das Corno Bläserquintett sowie ein Auftritt der kleinen Rebläuse aus der Kita für einen passenden musikalischen Rahmen. 13.00, 14.00 und 16.00 Uhr starten die Führungen in die festlich beleuchteten Kelleranlagen.