Grüne Woche Berlin 16. – 25. Januar 2026
Frischer geht’s nicht
Die Grüne Woche wird 100 – und seit 33 Jahren sorgt auch die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut für ihren dauerhaften Erfolg. Vor allem der direkte Kontakt zu den Verbrauchern ist dem größten Weinproduzent Ostdeutschlands wichtig. So stehen diesmal ganz junge Weine aus dem aktuellen Jahrgang auf der Verkostungskarte. Die wurden im letzten September gelesen und kamen noch im gleichen Jahr auf die Flasche. Dabei präsentiert sich der 2025er Jahrgang als Glücksfall, der den Reben sowohl viel Sonne, aber auch genügend Wasser spendierte. Davon profitieren besonders die Aroma-Sorten wie Kerner und Bacchus, die beide frisch abgefüllt angeboten werden. Wie auch der Hölder, eine wahre Rarität. Diese Züchtung aus dem Jahre 1955 verdankt ihren Namen dem Dichter Friedrich Hölderlin. Von den etwa sechs Hektar in Deutschland hat die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut einen Hektar im Anbau und baut sie rebsortenrein aus. Mit einem trockenen Souvignier Gris ist auch eine der neuen pilzwiderstandsfähigen Züchtungen im Messegepäck. Der Wein wächst vor den Toren Weimars und kam in BIO-Qualität in die Flaschen.
All das ist erlebbar in der Sachsen-Anhalt-Halle 23b am Stand 221.
Glühwein hat Hochsaison
Die coolen Heißen seit 20 Jahren im Programm
Als die Winzervereinigung erstmals zur Adventszeit zu einem kleinen Wintermarkt einladen wollte, war schnell klar: Wir brauchen Glühwein! Genügend rotes „Rohmaterial“ lagerte zwar in den Tanks und Fässern der Genossenschaft, aber erst verschiedene Zutaten verzaubern Dornfelder, Spätburgunder & Co. in das begehrte Heißgetränk. Das erlösende Know-how lieferte Vertriebsleiterin Viola Werner. Gestartet wurde mit bescheidenen 170 Litern, nach einem Familienrezept im „Home Office“ kreiert. Das war 2005.Der Erfolg stieg von Jahr zu Jahr - nach drei, vier Jahren waren es dann schon 380 Liter. Dann war auch die Grenze der Heimarbeit erreicht. Gleichzeitig stieg die Nachfrage auch nach Glühwein in der Flasche, der dann ab 2012 abgefüllt wird.
Für den Glühwein gibt es keine speziellen önologischen Anforderungen, deshalb gab es auch keinen gesonderten Ernteplan für Glühwein, der dann auch zusammen mit dem anderen Most ausgebaut wird. Mittlerweile werden etwa 100.000 Flaschen pro Jahrgang verkauft, Tendenz steigend. Dazu kommt der Eigenvertrieb von loser Ware vor allem über die Weihnachtsmärkte.
Das Design hat sich seitdem geändert, und neue Produkte kamen dazu. Seit 2014 steht Heißer Willi auf dem Etikett, in Anlehnung an das Freyburger Wahrzeichen, ein Wehrturm namens Dicker Wilhelm. Hier wird vorwiegend Dornfelder verarbeitet. 2016 ergänzt ein Weißer Willi das Angebot, eine Cuveé vorrangig aus Silvaner sowie Weißburgunder und / oder Müller-Thurgau. Schließlich vervollständigt die Rosé-Variante Pinker Willi seit 2023 das Sortiment.
Zudem nimmt der Eigenvertrieb mit loser Ware zu, der für den Tresenverkauf konfektioniert wird. Die jüngsten Weihnachtsmärkte in Jena, Erfurt und Halle stimmen optimistisch. Die Glühweine landen bei unabhängigen Verkostungen (meist durch die Lokalzeitungen) stets auf den vorderen Plätzen. Das ist dem hohen Anspruch geschuldet, der sich in dem Motto widerspiegelt: „Unser Willi schmeckt nach Wein und Weihnachten!“. Das genaue Rezept wird allerdings nicht verraten. Nur so viel, der Glühwein besteht zu 100 Prozent aus eigenen Trauben von „Saale-Unstrut“. Das sorgt für einen charaktervollen Genuss, der - und darauf ist Kellermeisterin Kathleen Romberg besonders stolz – nicht vom Zucker erschlagen wird.
Edler „Salzgraf“ von Saale-Unstrut
Nach 20 Jahren gibt es wieder einen speziellen Halle-Wein
Die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut präsentiert seit Kurzem im halleschen Marktschlösschen die Vinothek „Wein&Mehr“. Der Star dieses neuen Angebots ist die Sonderedition SALZGRAF. Dafür wurde eine Weißburgunder Spätlese ausgesucht und trocken ausgebaut, die Trauben stammen dazu von der Lage Seeburger Himmelshöhe, nur 21 Kilometer vom halleschen Marktplatz entfernt.
Bereits in den ersten Wochen hat sich der Aufwand gelohnt, der durch eine Kooperation mit dem Stadtmarketing Halle möglich wurde. Die betreibt an dem attraktiven Standort zu Füßen der legendären fünf halleschen Türme ihre Tourist-Information. Dort ist vor einem Jahr mit „Salz & Mehr“ bereits ein erster Themen-Shop eingezogen. Nun werden gleich nebenan Wein und Salz eine fruchtbare Partnerschaft eingehen.
Bereits zur 1.200-Jahr-Feier legte die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut einen Halle-Wein auf. Damals lobte sie gemeinsam mit der Stadt einen Gestaltungswettbewerb aus, den der Grafiker Michael Girod mit einer historischen Marktszene für sich entschied (siehe Abbildung). Das war 2005. Nun ist nach zwanzig Jahren aus Anlass der Shop-Premiere im Marktschlösschen die Idee einer Sonderedition für die Stadt Halle wieder aufgegriffen worden.