17.04.2020 | Stadtmuseum Halle : Newsletter April

Im Zeichen von Corona
Erfahrungsberichte ergänzen die Ausstellung Geschichten, die fehlen…

 

Menschen mit Beeinträchtigungen sind von den Pandemie-Einschränkungen besonders betroffen. Denn Menschen mit chronischen und schweren Erkrankungen, die lebenswichtige Organe und das Immunsystem ohnehin schwächen, stehen ganz oben auf der Liste der Gefährdeten. Sie sind vielfach auf Unterstützung angewiesen, die in Zeiten von Kontaktverboten jedoch ungemein schwieriger geworden ist. Die Abstandsgebote im öffentlichen Raum stellen beispielsweise Blinde und sehschwache Mitmenschen vor große Probleme. Wer will ihnen über die Straße helfen, ohne sie zu berühren?

 

All das äußert sich in vielen Reaktionen, die das Stadtmuseum Halle erreichten. In seiner aktuellen Sonderausstellung geht es ja um Menschen, die mit ihren körperlichen oder geistigen oder seelischen Besonderheiten anders sind als die Mehrheit der Gesellschaft.

11.02.2020 | Stadtmuseum Halle : Newsletter Februar
Schüsse auf den König

 

Am 22. Mai 1850 schießt ein ehemaliger preußischer Garde-Feuerwerker auf seinen König. Max Sefeloge leidet an "Größen- und Verfolgungswahn" und verletzt Friedrich Wilhelm IV. am Arm. Die Krankheit bewahrt den Attentäter vor der Todesstrafe, stattdessen kommt er in die noch junge Königliche Irren Heil- und Pflegeanstalt nach Nietleben bei Halle. Die Sonderausstellung Geschichten, die fehlen… widmet sich im historischen Teil dieser Heil- und Pflegeanstalt. Baupläne, Luftaufnahmen und auch Postkarten ergänzen das Einzelschicksal von Max Sefeloge.

 

Zuwachs für die Ausstellung

 

Die Sonderausstellung Geschichten, die fehlen… wächst weiter. Mit Katharina Kirch kommt hier eine junge Frau aus Merseburg Wort, die sich mit großer Freude an ihre Schulabschlussfahrt erinnert. Die heute 31jährige ist auf den Rollstuhl angewiesen und braucht auch spezielle medizinische Betreuung. Trotz dieser Behinderungen hat sie in der Walldorfschule Halle ihr Abitur abgelegt und sich mit ihren Klassenkameraden aufgemacht zu einer Reise nach Griechenland.

 

Was mich behindert!

 

„Es sind eher die Ratschläge und Bemerkungen anderer Menschen, was ich anders machen sollte, die mich behindert…“
schreibt Maria S., Autistin, in das Gästebuch der Ausstellung.